Vorwort:
Im Sommer 2002 haben wir diese Tour durchgeführt! Es gab noch kein Elbhochwasser - manches war noch anders als jetzt im Herbst! Diese Katastrophe hat uns tief getroffen.

In diesem Bericht könnt Ihr die Fotos durchs Anklicken vergrößern.

Wir sind des öfteren gefragt worden, wann wir die nächste Reise machen und ob die bei uns zu buchen wäre - nein! Wir möchten Euch anregen, selbst zu reisen. Die Reisen könnt Ihr nachfahren und die Infos für Eure Gruppe oder alleine nutzen. Nun viel Spaß bei:

Eine Reise an der Elbe

Die Elbe - für die Hamburger ist das der Fluss, den sie so gut zu kennen meinen: In Övelgönne im Sommer am Strandcafe, der Panoramablick in Blankenese aus dem Treppenviertel, dann weiter elbaufwärts: das Zollenspieker Fährhaus mit Biergarten, Moppedtreff an der Fähre und der obligatorischen Frittenbude. Wer sich noch weiter die Elbe hinaufwagt, der kennt die Elbuferstraße zwischen Lauenburg und Hitzacker, vielleicht noch die alte Eisenbahnbrücke bei Dömitz, eines der letzten Denkmäler an die Teilung dieses Landes. Aber noch weiter Elbaufwärts, das war für uns Hamburger lange Zeit weiter entfernt als das Nordkap, der Etna oder Andalusien. Sechs Freunde brachen auf um zu sehen, wo alles anfängt, wo der Gebirgsbach aus dem Wald kommt...

Auch Prag sollte zu dieser Tour gehören, da einerseits diese Stadt ein einzigartiges Denkmal (ein höchstlebendiges dazu) für das Zusammenwirken mitteleuropäischer Kulturen ist. Andererseits ist die Moldau im Vergleich zur Elbe bei Melnik - der Moldaumündung in die Elbe - der größere und längere Fluß.

Wittenberg - Marktplatz mit StadtkircheWittenberg - SchloßturmEine Woche sind wir schon unterwegs, die Erinnerungen laufen wie auf einer Leinwand in meinem Kopf ab:

Freitagabend, ich dachte, als letzter nach Wittenberg zu kommen. In Wittenberg ist unser zentrales Treffen. Doch wider Erwarten bin ich der Erste, der Eintrudelt. Ich höre meine Voicebox ab und erfahre, dass Tamara mit Ihrem Motor nicht fertig wird und erst in Dresden, dann aber mit dem Auto zu uns stößt.

Endlich vollzählig bummeln wir durch die Gassen der Wittenberger Altstadt, auf der Suche nach etwas Eßbarem. Wir schlendern durch die Gassen dieser herrlich alten Stadt zwischen Statkirche, Markt und Schloß. Alt werden wir an unserem ersten Abend jedoch nicht: Es treibt uns früh in die Kojen, die Tour entlang der Elbe soll morgen bis Dresden führen!

Auf der Elbe bei CoswigIdylle an der Elbe
Schnell verlassen wir die Industrievororte Wittenbergs, bei Coswig fahren wir eine alte Allee hinunter zur Elbfähre. Wie auch die meisten anderen Fähren der mittleren Elbe ist auch hier die Strömung der Motor. Die Fähre hängt an einem, stromaufwärts befestigtem Seil. Je nachdem, in welchem Winkel die Fähre zur Strömung liegt, wird die Fähre zu dem, dem abströmenden Wasser entgegen gelegenen Ufer getrieben. Wir warten in dieser Idylle der Elbauen aufs Übersetzen und genießen die Ruhe.

Dabei befinden wir uns zwischen Coswig und Wörlitz immerhin auf der B107 - allerdings einem sehr ursprünglichen Teilstück. Meine GS liegt ab 80 km/h deutlich ruhiger auf dem Kopfsteinpflaster und der Rest der Gruppe entschwindet recht hurtig im Rückspiegel.

Blickachse im Wörlitzer ParkWörlitz - Rousseau-InselWörlitz - Gotisches Haus

Der Wörlitzer Park ist einer der bedeutendsten Landschaftsparks aus der Aufklärung. Dieser Parkentstand zwischen 1765 und 1810 als einer der ersten Landschaftsparks englischen Musters auf dem europäischen Festland. Mit seinen Seen und Kanälen, den neugotischen und klassizistischen Bauwerken lädt der Park zu einem Spaziergang ein - wir durchstreifen den Park zu Fuß. Der Wächter des zentralen Parkplatzes läßt uns neben seiner Hütte parken, die Helme dürfen wir dort deponieren.

Unsere 2 Stunden im Park sind deutlich zu kurz, beim Übersetzen über die zu Kanälen umgestalteten ehemaligen Elbarme erfahren wir, dass die Parkverwaltung die Fährleute nur für jeweils 2 Monate beschäftigt und danach wieder alles offen ist..... Keine rosige Zukunftsperspektive in einer ganz alten Kulturlandschaft.
 
 
 

Bei Gräfenhainichen werfen wir einen Blick auf das ehemalige Expo-Projekt Ferropolis - einer Ausstellung ehemaliger Tagebau-Bagger. Vor einem großen Loch stehen die Stahlkolosse, alles wirkt sehr verlassen.

Bis Torgau durch die Dübener Heide ist die Strecke nicht besonders aufregend, zwanzig Kilometer weiter setzen wir wieder auf das rechte Elbufer nach Mühlberg über. Die Fähre muss erst ein Frachtschiff passieren lassen, da bei der Überfahrt das Halteseil die Fahrrinne blockiert. Aber in dieser Idylle der Elbauen hat der Fährmann Zeit.....

FerropolisAuf der Fähre bei Mühlberg - gut zu sehen ist das Seil, an dem die Fähre im Strom hängt
 
 

Dresden - Semperoper und HofkircheBei Diesbar-Seußlitz ändert sich das Bild, plötzlich sind wir unter Weinhängen, Gaststätten laden zum Verweilen und zum Elbwein ein - doch wir müssen ja noch ein bißchen fahren, die Zimmer in Dresden sind gebucht.
 

Am Abend machen wir einen Abstecher in das historische Viertel zu Semperoper, Zwinger, Schloss und Brühlschen Terrassen. Diese barocken Bauten begründen uns auch den Namen Elbflorenz.

Am nächsten Tag fahren wir wieder ein kleines Stück Elbabwärts: Meißen! Ein Stadtbummel führt uns durch die Altstadt auf den Burgberg - es ist sehr warm! Die Aussicht jedoch entschädigt.
 
 
 
 

MeißenImpressionen aus MeißenHafenmole bei Moritzburg

Von Meißen aus fahren wir weiter zum Schloss Moritzburg, einem Jagdschloss und rasten in dessen Nähe an einem See. Hier gibt es einen Leuchtturm mitsamt Hafenmole, die ein verrückter Fürst anlegen lassen hat, da er die Impressionen Norddeutscher Landschaften mit nach Sachsen nehmen wollte. Weiter geht's durch die Dresdener Neustadt in den Villenvorort Loschwitz: dort weilen wir neben dem blauen Wunder bei einem Michkaffee, schauen den Raddampfern auf der Elbe zu und bewundern die Brücke und die Schwebebahn aus der Jahrhundertwende.

Blaues Wunder - Brücke aus der GründerzeitEigentlich wollten wir noch nach Pillnitz, doch es ist zu warm, die Gruppe ist einfach geschafft! Das dortige Schloss: Bergpalais und Wasserpalais, sowie der Garten mit alten, exotischen Bäumen und eine japanische Kamelie (8,5 m x 12 m) hätten einen Besuch gelohnt - doch es muss ja auch noch einen Grund für die nächste Reise geben....

In Krippen, einem Ortsteil von Bad Schandau, genießen wir dann den Abend bei "einem" sächsischen Landwein auf der Terrasse. Es geht uns gut!

Morgens scheint schon wieder die Sonne, die Gewitterwarnung vom Gestern verschiebt der Wetterbericht mal wieder einen Tag - uns soll es nicht stören! Durch das Elbsandsteingebirge führt uns eine Schlaglochsuchpiste nach Hohnstein (böse Zungen flüstern etwas von Endurolastig). An der dortigen Burg vorbei (während der Nazi-Zeit KZ für politische Gefangene, heute Naturfreundehaus) fahren wir zur Bastei, einem Schluchtenlabyrith mit 200 m hoch aufragenden Tafelsteinen. Einige dieser Steine wurden zu einer Festung verbunden und lassen sich erwandern. Für Motorräder ist das Parken an der Bastei kostenlos, doch wenn 70 PKW auf dem Parkplatz sind, wird die Zufahrt für alle Fahrzeuge gesperrt und es bleibt nur der Kostenpflichtige Großparkplatz und der (ebenfalls kostenpflichtige) Zubringerbus. So wird aus einer guten Idee, die Motorradtouristen auf dem Parkplatz zu bevorzugen, letztendlich nix. Doch der Blick von den Bastei-Felsen lohnt!

Felslabyrith an der BasteiBlick von der Bastei

In Pirna schlägt uns die Hitze ins Gesicht - schnell die Strecke zum Müglitz-Tal nach Weesenstein. Dort steht eines der romantischten Schlösser Sachsens, eine gelungene Komposition aus Mittelalter und Barock.

Kathrin und ich sind noch immer nicht kulturmüde und besichtigen als Abschluß des Tages die Festung Königstein. Auf einem befestigten Tafelberg oberhalb des Elbtals ist die Festung eine imposante Erscheinung. Bereits 1589 wurde die Wettiner-Burg als Festung ausgebaut, es war eine der gewaltigsten Festungen Europas - militärisch wurde die Feste Königstein nie bezwungen.
 
 
 

Schloß WeesensteinBarockgarten in WeesensteinBlick von der Festung Königstein auf den Ort und die Elbe
Erst im 19. Jahrhundert schaffte es ein Schornsteinfeger, unbemerkt auf die Festung zu gelangen - er soll mehrere Tage im Kerker verbracht haben um seinen Übermut etwas abzukühlen. Bis auf einen schwedischen Angriff, 1639, diente die Festung eher der Repräsentanz des Hofes sowie des Militärs. Sehenswert ist neben der fast vollständig vorhandenen Bausubstanz auch der 152,5 m tiefe Brunnen.

Der Abend klingt wieder bei sächsischem Landwein auf der Hotelterrasse aus, während unsere Moppeds neben Fahrrädern in der Hotel-Fahrradgarage (am Elbradweg) schlummern. Noch gäbe es einiges zu entdecken, die Straßenbahn, die schon zur Jahrhundertwende Ausflügler ins Kirschnitztal brachte und der Fahrstuhl nach Ostrau ist auch nicht viel jünger - doch unsere nächste Übernachtung ist in Prag.

Die Gewitter sind wieder auf den Abend verschoben;-))) Kurz vor Schmilka geraten wir in einen Stau, der sich mit 4 Fahrzeugen pro Phase durch eine Baustellenampel quält. Endlich erreicht uns auch unser "Begleit-Fahrzeug". In Tschechien tanken wir - die Preise sind annehmbar! So anscheinend auch für die LKWs, deren Abgasruß aus ofenrohrtauglichen Auspuffrohren von einer wenig optimalen Verbrennung künden. Dafür werden wir von freundlichen Tschechinnen(?) winkend begrüßt, die uns in ihren dünnen Sommerkleidchen am Straßenrand erwarten! Ach, es tut mal wieder gut, auf dem Motorrad zu sitzen.

Bei Litomerice queren wir wieder die Elbe und erreichen in Terezín die Gedenkstätte Theresienstadt (an der Landstraße Richtung Prag). Uns bedrückt die authentische, fast lebendige Stimmung in dieser Gedenkstätte: Einige Zellen sind noch möbliert - in den Gemeinschaftszellen wurden 400-600 Menschen auf wenigen Quadratmetern eingesperrt. Die mannsbreiten Gänge der ehemaligen Festung, durch die die Gefangenen getrieben wurden, lösen bei mir Beklemmungen aus, meine Schritte werden immer schneller, bis ich schließlich wieder ans Tageslicht komme.

Gedenksteine vor dem ehem. KZ TheresienburgIn der KZ-Gedenkstätte Thereseinburg - der Eingang für die HäftlingeIn der KZ-Gedenkstätte Theresienburg - Zellenhof

Prag ist über die Autobahn schnell erreicht, an einer roten Ampel schnappe ich mir den Stadtplan aus dem Topcase und wir haben bis zum Wenzelsplatz freie Fahrt. Dort kommen wir direkt in den Feierabendstau - die Enge im Verkehr in einer fremden Stadt liegt nicht jedem in der Gruppe:-)))). Die Parkgarage des Hotels ist nicht so ganz optimal: es gibt höhenverstellbare Parkdecks aus Well-Alu-Profilen, für Motorräder ungeeignet; so daß wir nur außerhalb der abgeschlossenen PKW-Boxen am Ende der Garage parken konnten.

Prag - Blick über die Moldau auf den HradschinPrag - Abendstimmung an der Moldau
Dafür ist die Lage Top: nur 500 m vom Wenzelsplatz und ca. 600 m von der Karlsbrücke! Wir lassen uns durch die Straßen treiben und genießen das Flair! Die Fassaden sind ein Gesamtkunstwerk, die abendliche Stimmung auf der Karlsbrücke hat fast etwas südländisches. Wir schlendern weiter über die Kleinseite, als wir das Hotel erreichen ist es bereits spät.

Nach ausgiebigem Frühstück erkunden wir zu Fuß die Stadt: Vom Wenzelsplatz am Tyl-Theater vorbei, an dem Mozarts Don Giovianni bereits uraufgeführt wurde und Mozart selbst die Uraufführung von La clemenza di Tito leitete, erreichen wir den Altstädter Ring. Auf den Rathaus-Turm führt inzwischen ein Fahrstuhl - der Blick auf den Platz und die Teyn-Kirche, von oben in die Gassen ist wie in eine Puppenstube. Vor 10 Jahren war ich das letzte Mal in Prag - auch damals war die Stadt beileibe nicht grau, doch heute ist sie herausgeputzt.

Prag - Am Altstädter RingPrag - Blick vom RathausturmPrag - Blick vom Rathausturm auf die Teyn-Kirche und den Altstädter Ring

Auf der Burg ist gerade unser Bundes-Johannes (Rau) zu Gast - die Wachen riegeln den direkten Bereich ab. Wir lassen die Ensemble der Gebäude auf uns wirken - der Veitsdom mit seinem 124 m langen und 34 m hohen Mittelschiff krönt in seiner Größe die Burg. Der Grundstein zu dieser Kathedrale wurde bereits 1344 gelegt, die Fertigstellung erfolgte allerdings erst 1929!
 
 
 

Prag - Hradschin - die BurgPrag - St. Veits-DomHradschin mit St. Veits-Dom vom Petrin aus gesehen

Mit der Standseilbahn fahren wir auf den Petrin, einen rund 200 m hohen Hügel - dort steht der kleine Eiffelturm. Dieser ist dem Pariser Eiffelturm nachempfundener Aussichtsturm in einem kleinen Vergnügungspark. Von dort oben haben wir einen wunderschönen Rundblick über die ganze Stadt. Abends fallen wir nach diesem Tag ohne Motorräder früh ins Bett.

Prag - Karlsbrücke und AltstadtPrag - Blick über die MoldauDer Regen hat uns eingeholt - nachts pladderte das Wasser nur so gegen das Fenster. Morgens ist es noch immer grau, aber trocken. Nach wenigen Kilometern hilft allerdings alles nichts - wir müssen die Kombis überziehen. Kutna Hora ist heute unsere erste Station. Der Vorläufer des Euro - der Prager Groschen - wurde hier bis 1547 geprägt. Kutna Hora war zu dieser Zeit nach Prag die wichtigste Stadt in Böhmen, etwa so groß wie London. Heute ist der Stadtkern Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes, es lohnt also ein Rundgang! Gotische und barocke Patrizierhäuser sind ein Überbleibsel dieser Hochzeit!

Die Route über Hradec Kralove zieht sich ein wenig. Bei Prelouc queren wir die noch recht breite Elbe, die wir erst wieder in Dvur Kralove sehen. Nun wird die Landschaft wieder interessanter, wir verpassen eine Ausschilderung und geraten auf idyllische Nebenstrecken. Die Architektur ändert sich, statt ärmlicher "Einheitshöfe" sehen wir nun die hübsch herausgeputzten, braun-weißen holzverschalten Riesengebirgshäuser. Kurz vor Hostinne kommen wir an ein lehmig braunes, 5 m breites Flüßchen, das träge dahinfließt: die Elbe. Nun begleiten wir wieder unseren Fluß, sehen zu wie er schmaler und lebendiger wird! Hinter Vrchlabi ist es nun ein sprudelnder Gebirgsbach, dem wir folgen. Kurz vor Spindleruv Mlyn wird die Elbe aufgestaut, das Frühjahrshochwasser soll ausgeglichen werden.

Staudamm an der ElbeDie Elbe bei Spinlderuv MlynSpindleruv Mlyn (Spindlermühle) ist ein für den Tourismus herausgeputzter Ort. Unser Hotel liegt etwa 3 km außerhalb im St.-Peter-Tal, so verbringen wir die Zeit bis zum Abendessen mit Faulenzen, in der Sauna oder im Whirlpool.

Nachts schüttet es wieder, auch vormittags regnet es noch - die Wanderung zur Elbquelle fällt buchstäblich ins Wasser. Ein Teil von uns besucht die Glashütte in Harrachov, die anderen wandern mit Regenschirm ins Dorf. Es klart auf und wir nehmen den Bus über die Mautstraße zur Spindlerbaude. Die Endstation befindet sich unmittelbar am Grenzkammwanderweg, der entlang der Grenze mal auf tschechischem, mal auf polnischem Gebiet über die Berggipfel führt. Hier oben wird das Waldsterben überdeutlich: ganze Hänge sind nur noch voller Baumleichen - andere Hänge bereits völlig kahl! Wir wandern ein wenig bergauf und genießen die Aussicht, irgendwo da hinten, etwa 10 km entfernt, ist der Elbfall zu erahnen. Auf der anderen Seite wabern graue Nebel bis zum Kamm, um sich dort auf magische Weise aufzulösen. Hier muß Rübezahl wohnen, die Sagenfigur des Riesengebirges mit langen weißen Harren und ebensolchem Bart. Auf dem Weg zurück zum Bus fällt uns auf, daß wir bereits weit nach Polen hinein gewandert waren - alles ohne Grenzkontrolle!

Am GrenzwanderwegBlick über das Riesengebirge zur ElbquelleKruze Pause bei Spindleruv Mlyn

Eigentlich wollten wir noch auf den Jizera, den höchsten Berg des gleichnamigen, nordwestlichen Bergzuges. Doch über den Bergen hängen bleierne Wolken und diese wollen wir nicht gerade impfen. So schlängeln wir uns durch die Täler nach Liberec und weiter Richtung Zittau. In dem 3 km Korridor über polnisches Gebiet tanken wir nochmal. Uns fröstelt es angesichts der Hinweistafeln, daß die Kunden dort (in Polen) deutschen Kraftstoff tanken und von "freundlichen deutschen Mitarbeitern" bedient werden; implizieren diese Schilder doch, daß polnische Mitarbeiter weniger freundlich seien und der nichtdeutsche Kraftstoff weniger wert sei.

Görlitz - altes RathausStenkelfeld ist überall;-))))))))Görlitz - Angelika und Astrid am Flüsterbogen

Görlitz ist unsere nächste Station. Görlitz ist nicht nur eine Grenzstadt, sondern auch die einzige schlesische Stadt Deutschlands. Und es ist eine Stadt, die im zweiten Weltkrieg kaum beschädigt wurde. Zwischen Obermarkt und Neiße befindet sich ein einzigartiges architektonischen Ensemble, das man einmal gesehen haben sollte. Es gibt hier das einzige erhaltene Kaufhaus aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, um den Obermarkt Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahhundert sowie am Untermarkt Spätgotische-, Renaissance- und Barockhäuser. Wir schlendern weiter bis zur Neiße - auf der gegenüberliegenden Seite liegt Zgorzelec, ein ehemaliger Vorort, der heute wie aus einer anderen Welt wirkt.
 
 

Görlitz - Fassade in der AltstadtBautzen - RathausWenige Kilometer weiter erreichen wir Bautzen, die Stadt der Türme. Mehr als 1000 Jahre ist diese Stadt alt, die Altstadt liegt wie eine Festung oberhalb einer Spreeschleife. Alles in dieser Stadt ist noch ein paar Jahre älter als in Görlitz; Der Friedhof befindet sich teilweise in den Ruinen der Nikolaikirche von 1444, die bereits im dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Die Straßen sind zweisprachig ausgeschildert. Was für uns wie polnisch aussieht, ist jedoch Sorbisch, neben Friesisch eine der anerkannten Minderheitensprachen in Deutschland. Wir befinden uns an diesem letzten Abend im kulturellen sowie politischen Zentrum der Sorben, den Nachfahren der ehemaligen südlichen Elbslawen.
 
 
 
 
 
 

Bautzen - Kirche St. Nikolai - leider im Krieg zerstört (Schwedische Atellerie ca. 1630)Bautzen - Portal in der Altstadt
 

Unsere Strecke: Teil 1 (Wittenberg-Dresden), Teil2 (Dresden - Prag), Teil 3: (Prag-Bautzen)

Karten: Marco Polo / Mairs Geographischer Verlag: Generalkarte Tschechien, Bl. 1, Bl. 2, Generalkarte Deutschland, Regionalblatt 7 + 8 (alle 1:200000)

Reisehandbücher: Diese sind grundsätzlich Geschmacksache. Aus der Marco-Polo-Reihe gibt es Bücher u.a. über Prag und das Riesengebirge. Ebenso sind die DuMont Reiseführer sehr hilfreich, die Kunst-Reiseführer bieten zudem fundierte Hintergrundinformationen.

Papiere: Tschechien: gültiger Personalausweis genügt, Polen: Reisepaß ist angebracht (wir wurden dieses Mal nicht nach dem Paß gefragt, das ist jedoch keine Garantie) - die grüne Versicherungskarte sollte bei Fahrten außerhalb der EU stets mitgeführt werden

Geld: gibt es Problemlos mit EC-Karte aus den Automaten, Kreditkarten werden in Hotels und fast (!) allen Tankstellen angenommen

Unterkunft:

Lutherstadt Wittenberg: hat eine gute Website mit Verzeichnis der Hotels + Pensionen http://www.wittenberg.de/seiten/tour/anbieter.html

Dresden + Prag: in den Städten haben wir mit dem Reservierungssystem www.hrs.de die besten Erfahrungen.

Bad Schandau-Krippen: Uns hat das Hotel Erbgericht sehr gut gefallen: toll war die freundliche Aufnahme und die schmackige Küche: http://www.weka-touristik.de/hotels/erbgericht/erbgericht.php

Prag: sehr gut gefallen hat uns das in 2000 neu eröffnete Hotel Elite: www.hotelelite.cz  - gebucht haben wir über hrs zu annehmbaren Konditionen. Die Parkgarage mit einzelnen gesicherten Boxen ist für Motorräder ungeeignet, so daß wir vor einer Box parken mußten; der Garageneingang ist von der Rezeption aus Videoüberwacht.

Spindlermühle/Riesengebirge: Es gibt keine allgemeine Info-Seite, sondern mehrere konkurrierende Zimmervermittlungen. Eine Seite mehrerer Hotels: http://www.spindlonline.cz

Wir haben im etwas abseits gelegenen St. Peter Hotel gewohnt, Whirlpool + Sauna für schlechtes Wetter sind hier vorhanden, bis Ortsmitte Spindlermühle sind es ca. 3 km. Keine gesonderten Motorradparkplätze.

Bautzen: www.bautzen.de  Wir haben in der Pension Stephan übernachtet, das Haus ist sehr schön inmitten der Altstadt gelegen. Freundliche Bewirtung. Aber: keine gesonderten Motorradparkplätze.

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