Fünen 1998

Es war an einem 4. Oktober im Jahre 1998, einer Zeit, als es noch günstige „Butterfahrt“-Fähren zwischen Deutschland und Dänemark gab. Wir saßen im Heckbereich der Langeland III, neben dem Schornstein und konnten uns vor lauter Lärm kaum unterhalten. Viele andere Passagiere konnten sich auch nicht mehr unterhalten, das lag aber eher an der mangelnden Motorik nach dem Mißbrauch des zollfrei Eingekauften. In der Cafeteria war es so richtig verraucht, wie es nur bei dem Genuß von zollfreien Zigaretten vorkommt und so saßen wir draußen und fröstelten Kiel entgegen.....

Faaborg - nach der AnkunftEgeskov - auf dem MoppedmuseumAm Tag vorher trafen wir uns morgens „gegen“ halb elf in Gelting (alle waren so pünktlich, daß auch der letzte die Fähre VOR dem Ablegen erreichte - wenn auch nur knapp). Zwischen Gelting und Faaborg wurde erst einmal gefrühstückt - aber nicht von allen: der leichte Seegang von 2...3 m Wellenhöhe führte dazu, daß sich auch auf der Hinfahrt die halbe Gruppe sehr eiligen Schrittes nach oben an die Luft verzog, jedenfalls solange, bis sich das Schiff wieder in geschützten Gewässern befand. Das Schiff nähert sich im Zickzackkurs durch kleine Inseln Faaborg, einer bezaubernden Kulisse eines kleinen dänischen Städtchens. Der ehemalige Kirchturm ist das Wahrzeichen Faaborgs, er überragt die Fischerhäuser und dahinter erheben sich die Fünschen „Alpen“ - nicht berauschend hoch, doch hinter jeder 20m-Kuppe stellt sich erneut die Frage: links oder rechts (nur geradeaus ist so gut wie ausgeschlossen).

Egeskov - SchlossparkEgeskov - im TechnikmuseumDiese Tour ist wie geschaffen für kühle Herbsttage, vorbei an Diernaes - ein kurzer Halt am Straßenrand um den Blick über die Südfünischen Inseln nicht nur im Rückspiegel zu genießen und nach knapp 50 km (das auch nur durch unseren ausgedehnten Zickzack-Kurs) erreichen wir Egeskov, ein Wasserschloß! Nicht nur der Schloßgarten (Park) ist sehenswert, sondern auch das Technikmuseum mit eigener Moppedabteilung. Alles ist liebevoll restauriert, sogar die Öllachen unter den Harlys. Von Egeskov zur JH in Svendborg sind es auch nur 30 km, auch hier hat die Kälte keine Chance. Den Abend verbringen wir nun in der Svendborger „Altstadt“, finden sogar nach einigem Gesuche noch ein Lokal, in dem wir Platz haben und dessen Speisekarte unseren finanziellen Vorstellungen entspricht! Die JH ist einigermaßen komfortabel - für je zwei Zimmer gibt es ein Bad. Dieses Bad hat zwei Türen, die während der Benutzung verriegelt werden: wohl dem, der nachts keine vergeßlichen und danach tiefschlafenden Nachbarn hat (Grrrrrr....)! Und morgens: tolles Frühstück - nicht mit deutschem JH-Standard vergleichbar!

Pfau in EgeskovValdemars Slot - durch die TorhäuserNach dem Frühstück ging's über den Svendborg Sund nach Taasinge. Im kleinen Örtchen Troense scheint die Zeit stehengeblieben zu sein - nur 50 km von Kiel entfernt und dennoch eine andere Welt mit kleinen Reetdachhäusern, liebevoll dekorierten Stuben und gepflegten Gärten. Gleich hinter Troense liegt Valdemars Slot - die Straße führt durch beide Torhäuser. Rechts liegt das Schloß und links die Stallungen und dann vorm Strand der Tee-Pavillon - hat was!

Langelands endWeiter über den Sioe Sund geht's nach Langeland. Wir folgen dem Margeritenweg über Lohals an die Nordspitze der Insel, der Dunst verschluckt leider das Panorama auf Europas größte Brücke (die Pylonen messen etwas über 200 m - die Brücke überspannt den ca. 20 km breiten Storebaelt). Auf dem Rückweg lockt uns der alte Pferdestall von Tranekaer Slot zum Einkehren (ist wirklich schön gemacht: in die Boxen sind Bänke montiert und so ist jede Box ein Tischbereich). Der Schloßpark, angelegt um einen See vor dem Schloß, ist (Eintritt, wie überall) ein Kunstwerk. Der Rundweg führt von Skulptur zu Skulptur - schön anzusehen, aber für eine tiefere Interpretation reicht unser Kunstverständnis leider nicht.

Nordstrand von LangelandVon Tranekaer nach Kiel sind es nur noch gute 30 km durch die hügelige Langelander Landschaft und 2 ½ h Fährfahrt. Eine halbe Stunde später nach eineigen Dörfern mit den kleinen schönen dänischen Reetdachhäusern und an Weihnachtspaumplantagen vorbei, die den Bedarf einer Großstadt decken müßten, erreichen wir in Bagenkop den Fähranleger!

Nachsatz: Sie fährt wieder: Die Fährverbindung zwischen Kiel und Bagenkop wurde 2003 wieder aufgenommen. Genaueres erfahrt Ihr bei der Reederei, www.langeland-kiel.com oder Tel: 0431 / 800 66 66 oder Færgeruten Langeland-Kiel A/S, Færgevej 6, DK-5935 Bagenkop, +45 6256 2222 / tel,  +45 6256 2622 / fax.

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