So warm und so schön, eine Woche später bei Regen und gut 10°C kann ich es kaum noch glauben, aber es war am ersten Oktoberwochenende das allerschönste Wetter im Harz….
Eigentlich wollten wir nach ausgefallenem Sommerurlaub noch mal ein paar Tage aufs Motorrad, fragten noch ein paar Freunde und schon fuhr eine Gruppe von 9 Personen in den Harz, dem deutschesten der Mittelgebirge. Viele der Klassiker waren schon beeindruckt, Goethe ließ die Hexen auf dem Brocken die Walpurgisnacht feiern, Heine wurden die Zeilen „Viele Stein, müde Beine, Aussicht keine, Heinrich Heine“ untergeschoben.
Die Anfahrt dauert doch länger als gehofft, im letzten Sonnenlicht fahren wir auf den Brocken zu und erreichen das Okertal im Fastdunkel. Auf dem Weg nach Clausthal sehen wir nochmal einen leuchtend, fast schon kitschig orangenen Spalt zwischen Tannenwipfeln und Himmel, die letzten Kehren nach Lerbach werden nur noch durch unsere Scheinwerfer ausgeleuchtet.
Morgens, nach dem Tanken ist es noch recht leer auf den Straßen. Wir geniessen kleine kurvenreiche Strassen, durchs Tal der Innerste, die 2 Serpentinen hoch nach Hahnenklee, diesmal an der Stabkirche (ja, einer norwegischen Stabkirche nachgebaut) vorbei, das Okertal hinunter, an  den Wildwasser Kajakfahrern und den angeseilten Felskletterern vorbei erreichen wir Bad Harzburg und fahren zum Cafe Winuwuk, einem in den zwanziger Jahren von Worpsweder Künstlern geschaffenen Kaffeehaus. Die Anfangsbuchstaben von „Weg im Norden und Wunder der Kunst“ ergeben den Namen des Cafes. Mit den organischen, ungeraden Linien wirkt das Haus wie ein Vorbild für die spätere Hundertwasser-Architektur.
Über Werningerode und Rübeland kommen wir auf die schmalen Straßen des Bodetals, einer der schönsten Strecken im Harz. Jetzt ist jedoch langsames Fahren angesagt, da wir in dieser touristischen Gegend nicht mehr allein sind. Die Straße ist rechts und links zugeparkt, einige Häuser sind nur per Furt (leider mit Verbotsschildern für Kraftfahrzeuge versehen) oder Fußgängerbrücken zu erreichen, entsprechend viele Menschen sind an und auf der Straße.

Stolberg


Cafe Winuwuk
 
 
 
  Stolberg
 
 
 
 
                                                                             Tür zum Cafe Winuwuk


Stolberg im Südharz ist dank seiner Lage im Ostharz von den Bausünden der sechziger- und siebziger Jahre verschont geblieben. Der Ort ähnelt einem Fachwerk-Freilichtmuseum. Am zentralen Platz vor dem Rathaus geniessen wir unsere Eisbecher und lassen die Atmosphäre des Ortes auf uns wirken.
Zügig geht es vor Einbruch der Dunkelheit über die Harzhochstraße zurück nach Osterode, einige letzte schöne Ausblicke noch und dann erreichen wir wieder unser Basishotel pünktlich zum Abendessen.


VEB LokomotivbauOn Tour 

 
 
 
 
 
 
 
 



Sonntag ist der Harz deutlich voller, wir tasten uns über teils sehr schmale und schlechte Nebenstrassen an der Innerste entlang nach Wildemann und weiter über eine einspurige Straße nach Bockswiese. Diese Straßen sind nie überfüllt. Weiter am Torfhaus vorbei (dort scheint alles wegen Überfüllung geschlossen zu sein, auf der B4 Richtung Torfhaus stauen sich die Autos kilometerlang) erreichen wir den Schmalspurbahnhof Drei Annen Hohne, pünktlich zum Fotoshooting der abfahrbereiten dampfbetriebenen Brockenbahn.

LokomotiveBurgruine Hohenstein
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Wieder machen wir einen Bogen durch das Bodetal, fahren an Stolberg vorbei und über kleine Straßen südlich des Harzes nach Neustadt. Oberhalb des Ortes befindet sich die Burgruine Hohnstein (www.burghohnstein.de). Der Weg hinauf durch den Wald ist recht mühsam, wir müssen wegen der vielen Spaziergänger sehr langsam fahren und versuchen möglichst wenig Staub aufzuwirbeln, was aber mit Sandros Gespann, das auf Autoreifen fährt, nur sehr bedingt möglich ist.
Dafür lohnt dort die Aussicht weit ins Thüringische und die Einkehr in den Burggasthof. Nach dieser Besichtigung bleibt uns nur der direkte Rückweg nach Osterode.


Schloß WernigerodeHexen Schloß Wernigerode






 
 
 


Montag ist noch immer blauer Himmel und Sonnenschein. Wir können es kaum glauben, wir sind doch im Harz! Nach einer erneuten Runde um Clausthal-Zellerfeld und die Okertalsperre herum fahren wir nochmal an die Südseite des Harzes nach Bad Sachsa. Schlecht ausgeschildert, auf einer schmalen kurvigen Straße geht es auf den Ravensberg, der als Kuppe ca. 500 m über dem Ort liegt. Der „Berggasthof“ ist ideal für eine längere Pause – es gibt sogar Currywurst vom heimischen Rind. Nach diesem Zwischenziel geht es nur noch einmal über den Harz und zurück ins norddeutsche Tiefland





   

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